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Donnerstag, 8. Juni 2017 23:18

Ein ganz zauberhaftes Kinderstück

Im Hayinger Naturtheater feiert „Das zauberhafte Ländle von OZ“ am Sonntag um 14.30 Uhr Premiere. Heimlicher Star ist das Bühnenbild, das Katharina Müller kreiert hat.

Südwestpresse 08.06.2017

HAYINGEN | Am Sonntag ist Premiere: Kleine und große Zuschauer werden dann vom Hayinger Naturtheater in eine fremde und geheimnisvolle Welt entführt, ins „zauberhafte Ländle von OZ“. Den amerikanischen Kinderbuchklassiker „The wonderful wizard of Oz“ von L. Frank Baum hat das Regieduo Silvie Marks und Johannes Schleker für die schwäbische Naturbühne im Hayinger Tiefental neu interpretiert.

Zum Stück: An einem verlassenen, geheimnisvollen Ort lebt ein wundersamer Zauberer (Peter Brendler). Aus Einsamkeit und Langeweile erfindet er einen Zauber-Apparat, mit dem er eine Traumwelt voll spannender Geschichten, sonderbarer Kreaturen und technischer Wunder erschafft. Eben das Ländle von Oz.

Kräftiger Wirbelsturm


Eines Tages trägt ein kräftiger Wirbelsturm die kleine Doro (Julia Diesch) an jenen fantastischen Ort. Herausgerissen aus ihrem beschaulichen, fast ein wenig langweiligen Leben bei ihrer Tante Emma (Verena Behringer, Bärbel Rösner) und ihrem Onkel Herbert (Werner Fick, Torsten Pohling) will sie rasch nichts anderes, als zurück nach Hause. Doch das ist nicht so einfach.

Von den Bewohnern des magischen Ländles, die alle „oz-komisch“ daherschwätzen, erfährt Doro, dass ihr nur der Zauberer zur Rückkehr verhelfen kann. Der Weg zu ihm freilich ist weit und steckt voller Gefahren.

Auf ihrer Abenteuerreise begegnet Doro drei lustigen Gesellen, die ebenfalls zum Zauberer wollen, weil er ihnen einen Wunsch erfüllen soll: Der Vogelscheuche (Franz Biffart), die statt Stroh viel lieber Verstand im Kopf hätte.

Dem Blechmann (Florian Stefanz), der statt eines verrosteten Getriebes lieber ein schlagendes Herz möchte. Dem Löwen (Manuel Kalmus), der stets ängstlich ist und sich nichts sehnlicher wünscht als ein bisschen mehr Mut.

Ängstlicher Löwe

Der Zauberer, der die vier ungleichen Freunde heimlich auf ihrem Weg beobachtet, amüsiert sich köstlich und lässt sie so manches Abenteuer bestehen, ehe sie tatsächlich bei ihm ankommen. Als die vier Helden endlich vor ihm stehen, endet alles ganz anders als alle gedacht hätten. Ob der Zauberer die kleine Doro mit seiner Zaubermaschine doch noch zurück nach Hause befördern und auch die Wünsche ihrer Freunde erfüllen kann, das erfährt man, wenn man das Kinderstück im Naturtheater anschaut.

„Wir wollten was ganz Abgefahrenes machen dieses Jahr, auch von der Ästhetik her“, sagt Johannes Schleker, der schon vergangenes Jahr gemeinsam mit Silvie Marks in Hayingen Regie führte. „Tom Sawyer“ entführte damals in den Wilden Westen. Diesmal aber ist es eine Fantasy-Szenerie mit „Steampunk“-Elementen, die für die Zuschauer manchen zischende und rauchende Überraschung parat hat.

Märchenhaft sind schon die Kostüme, die Katharina Müller entworfen hat, die auch für das mit vielen Apparaten versehene Bühnenbild verantwortlich zeichnet. Viele der Requisiten, die das Dampfmaschinen-Ganze ergeben, stammen von Bauernhöfen aus der Region. Güllefass und Milchkanne finden ebenso neue Verwendungszwecke wie Heizungs- und Auspuffrohre. Das Ganze ist stimmig verknüpft und die vorherrschende Farbe Grau gibt dem Bühnenbild erst recht den technischen Apparate-Touch.