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Dienstag, 30. Mai 2017 23:25

Reise ins Reich der Fantasie

Das Naturtheater Hayingen versetzt seine Besucher in dieser Saison in eine surreale Fantasiewelt. Auftakt ist am Sonntag, 11. Juni, mit dem Kinderstück »Das zauberhafte Ländle von Oz«, in dem alles geschehen kann, wenn man nur daran glaubt.

 

Reutlinger Generalanzeiger 30.05.2017

Hayingen | Mit schwäbischer Fantasy, einem »Steampunk-Look« und handgemachter Musik erfährt diese weltbekannte Geschichte eine Frischzellenkur. Das Naturtheater bietet als Unesco-Kulturerbe Mundart mit moderner, origineller Handschrift und Ästhetik.Allein schon das Bühnenbild wird zum optischen Erlebnis. Denn die ausgefallene Mischung aus historischen und futuristischen Elementen lässt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschwimmen. Bühnen- und Kostümbildnerin Katharina Müller hat mit einem Geflecht aus rauchenden Rohren und qualmenden Schornsteinen eine Fabrik erbaut, in deren Zentrum der Zauberapparat für eine regelrechte Theaterproduktionsmaschinerie sorgt.
Überall Entdeckungen

»Das Bühnenbild ist in diesem Jahr viel stärker in unser Spiel eingebunden. Der Zauberapparat mit viel Mechanik und Effekten dominiert das Geschehen«, fasst das Regieteam Johannes Schleker und Silvie Marks zusammen. Überall gibt es irgendetwas zu entdecken, der urschwäbische Haudegen und Naturtheaterspieler Eberhard Herb hat selbst voller Begeisterung mit Hand angelegt, um die auf Bauernhöfen zusammengesammelten Geräte wie Güllefass oder Milchtank mit der Tüftlermaschinerie zusammenzubringen. »Aus diesen Gerätschaften ist etwas Neues und Futuristisches entstanden, wie etwa aus einem Auspuffrohr eine Überwachungskamera«, verrät Silvie Marks. Doch nicht nur beim Bühnenbild prallt idyllische Natur mit dampfenden Apparaten aufeinander. Der Stoff des Kinderstücks nach dem amerikanischen Kinderbuchklassiker wurde neu interpretiert und verknüpft modernes Märchen mit urschwäbischem Wortwitz. Entstanden ist eine außergewöhnliche Mischung aus Abenteuer, Bildgewalt und bester Unterhaltung: Zahnräder drehen sich, magische Hebel werden betätigt und Traumwelten erschaffen.
Gestern gemischt mit morgen

Mit fantasiereich gestalteten Kostümen wird die Steampunk-typische Mischung aus gestern und morgen perfekt in Szene gesetzt, es entstehen skurrile Figuren zwischen Mensch und Automat, die sich gegenseitig anziehen. Einzig das Mädchen Doro ist der Realität angepasst, doch das beschauliche Leben hat plötzlich ein Ende, als Doro von einem Wirbelsturm an einen fantastischen Ort getragen wird. An diesem verlassenen, geheimnisvollen Ort lebt ein Zauberer, der aus Einsamkeit und Langeweile einen Zauberapparat erfunden hat, mit dem er eine Traumwelt voll spannender Geschichten, sonderbarer Kreaturen und technischer Wunder erschaffen kann. Von den »oz-komisch« daherschwätzenden Bewohnern erfährt Doro, dass ihr nur der Zauberer die Heimkehr ermöglichen kann. Also macht sie sich auf die Suche, doch der Weg ist weit und voller Gefahren. Auf ihrer Abenteuerreise begegnen Doro drei lustigen Gesellen, die ebenso einen Wunsch an den Zauberer haben: eine Vogelscheuche, die statt Stroh viel lieber Verstand im Kopf hätte, ein Blechmann, der statt einem verrosteten Getriebe unbedingt ein klopfendes Herz möchte, und ein ängstlicher Löwe, der sich nichts sehnlicher wünscht als ein bisschen mehr Mut. Der Zauberer beobachtet die vier Freunde heimlich auf ihrem Weg und amüsiert sich köstlich. Er lässt sie manches Abenteuer bestehen, bevor sie bei ihm ankommen. Und als die Helden endlich vor ihm stehen, endet alles ganz anders als gedacht. Die jetzt beginnende Naturtheatersaison bringt viele Veränderungen mit sich: neue Stücke mit passender Spielzeitästhetik, eine neue Bühnenbildnerin und neue Spieler. Und natürlich die Weltkultur »middla em Schwobaland«, schließlich wurde das Hayinger Naturtheater für seine Mundart von der Unesco zum »Immateriellen Weltkulturerbe« gekürt. »Das ist ein echter Ansporn für uns, diesen Weg weiterzugehen. Wer auf der Alb aufwächst, schwätzt eben schwäbisch. Das ist ein wesentliches Element unserer Persönlichkeit, damit identifizieren wir uns«, sagt das Regieteam »marks&schleker«, das seit 2016 die Stücke des Naturtheaters zu Papier und auf die Bühne bringt. Und die passende Musik dazu liefert erneut Stefan Wurz mit Eigenkompositionen, markantem Sound und Ohrwurmgarantie.

SPIELZEIT IN HAYINGEN

Das Kinderstück »Das zauberhafte Ländle von Oz« wird am Sonntag, 11., 18. und 25. Juni, sowie am Mittwoch, 28. Juni, um 14.30 Uhr aufgeführt, im Juli und August jeden Samstag um 14.30 Uhr. Der 5. August ist spielfrei. Karten gibt es telefonisch. (GEA) 0180 5050286