Hayinger Naturtheater ist eine Reise wert
Im Stück "Der Schäfer von Hayingen" kommt selbst die Haigerlocher Fliederblüte vor
Hohenzollerische Zeitung
26.08.09
In "Der Schäfer von Hayingen", dem schwungvollen und kurzweiligen Volkstheaterstück geht es vor allem um die große Liebe, eine Lüge, die Lust und mittendrin auch um ein schwarzes Schaf.
WILFRIED SELINKA
Hayingen/Haigerloch Heuer ist das Hayinger Naturtheater wirklich wieder ein Reise auf die Schwäbische Alb wert, denn es bietet humorvolles und spannendes Theater für die ganze Familie auf einer herrlichen Naturbühne. Das Bühnenbild zeigt sich dabei ganz blumig mit Geranien vor den Fenstern. Die Musiker sitzen in einer Rosenlaube. Über der Bühne wölbt
sich eine rosarote Wolke. Von der Wirtschaft zum Rad links, wo es nur am Anfang gemütlich zugeht, bis zur Wimsener Mühle rechts, sorgen die Wogen der Liebe um die schöne Müllers Tochter für allerhand Wirbel.
Das Stück spielt in der "guten alten Zeit" im Jahre 1822, als das Leben im Städtchen seinen gewohnten Gang nimmt: Die Männer vertreiben sich die Zeit in den Wirtschaften, die Vorbereitungen zum Markt laufen und die Frauen treffen sich zu Rosenkranz und den Austausch von Neuigkeiten beim Damenkränchen. Der reiche Xanterbauer schickt den Heiratskuppler aus, um ihm ein Mädchen für seinen Sohn zu suchen. Dieser hat es auf die
Tochter des Wimser Müllers abgesehen, auf die aber bereits der Sohn des Schäfers ein Auge geworfen hat.
Es folgen Flucht mit dem Pferdegespann, Diebstahl und Verleumdung. Das Stück wird dabei immer wieder von alten und lustigen Bauernweisheiten unterbrochen und auch modern aufgepeppt mit einer Show "Bauer sucht Frau". Als der Schäfer plötzlich in der Stadt auftaucht, gerät die Bevölkerung in Aufruhr, den nur der Schultes schlichten kann. Es nimmt
alles ein gutes Ende, denn der "Schäferbua kriegt schließlich das Müllermädle".
Das Stück von Martin Schleker jun., nach einem Roman von Martin Schleker sen., hat Peter Höfermayer insziniert. Zu den leicht und ironisch gespielten Szenen macht wie immer Uli Bühl die Musik. Er lässt manchen Hochzeitsmarsch blasen und macht Anleihen bei der Neuen Deutschen Welle.
Selbst Haigerloch mit seiner Fliederblüte wird in einer Szene erwähnt, als sich die Damen des Städtchens zum Tratsch beim allwöchentlichen Kaffeekränchen beim neuen Radwirt treffen. So erzählt Käthr: "Jetzt bin i extra mit meim Ma nach Haigerloch gfahra zur Fliederblüte! Und was sieh ne? Nix wia lauter Zirenka!" Franziska darauf: "Was hat no dei Mai gsait".
Die Antwort: "I han denkt der wird saumäßig maule. Aber stellet euch vor, dem hots gfalle und wisset ihr was der gsait hot: Des häb er glei gwisst, dass des sGleiche sei! Kannscht do au no!".
Info
Gespielt wird in Hayingen bis zum 6. September jeweils samstags um 20 Uhr und sonntags um 14.30 Uhr. Vorverkauf, Kartenreservierung und Auskunft: http://www.naturtheater-hayingen.de oder Telefon 0180-5050286