Geschichte:

"Romm ond Nomm - Stückbeschreibung"

Autor: Sabine Scholz / Jürg Schlachter
Regie: Jürg Schlachter Musik: Johannes Tress

„Liebe und Treue bestehen nur zwischen HERZEN und HERZEN
Nicht zwischen GELD und GELD
Nicht zwischen WOLLUST und WOLLUST
Und am allerwenigsten zwischen EITELKEIT und EITELKEIT“

(Jeremias Gotthelf)

Mit viel Humor, witzigen Dialogen und überraschenden Wendungen stellt die Geschichte die Frage was im Leben wirklich zählt:
Wohlstand oder Glück? Schein oder Sein? Gehorsam oder Liebe?

Eine kleine Stadt auf der Schwäbischen Alb Anfang des 19. Jahrhunderts.

Das Schwabenland hat wahrlich genug gelitten. Lange Jahre wurde das „Ländle“ von Kriegen geschüttelt, von Naturkatastrophen gebeutelt, durch Willkürherrschaft geknechtet, von Räuberbanden terrorisiert und von Hungersnöten geplagt. Die Zeiten haben sich geändert! Der Adel ist nicht mehr das alleinige Maß aller Dinge. Die Bürger haben neue Rechte hinzugewonnen und sind nicht mehr nur der Spielball der Herrschenden. Der Fortschritt hat selbst den letzten Winkel der Alb erreicht … sogar unsere kleine Stadt! Und der wackere Schwabe weiß die Zeichen der Zeit für sich zu nutzen. Es lohnt sich wieder Pläne zu schmieden. Es gibt genug Arbeit und manch einer kommt zu bescheidenem Wohlstand.
Endlich herrscht Frieden im Königreich Württemberg.

Friede, Freude, Eierkuchen? - Weit gefehlt! Egal ob Adliger, Handwerker oder Bauer: Jeder hat nur seine eigenen Interessen im Blick und versucht dem Schicksal seinen eigenen Vorteil abzuluchsen.

„Wir geben lieber unser Herz weg, anstatt unser Geld!“ (Anton Tschechow)

Zur Geschichte:

„Der König kommt, der König kommt!“ Diese Nachricht versetzt das kleine Städtchen in größte Aufregung.

Die Bürger sind dabei die baufällige Burg im Schweiße ihres Angesichts auf Vordermann zu bringen. Aber so viel Arbeit macht Durst. Im Wirtshaus wird Pause gemacht, und alle schimpfen über die fürstliche Zahlungsmoral. So leicht lassen sie sich in den „neuen Zeiten“ nicht mehr ausbeuten.
Dem Emporkömmling Sebastian Jemand, persönlicher Berater des Fürstenhauses, gelingt es durch geschickte Geldversprechungen und Intrigen, die aufmüpfigen Bürger zu beruhigen. Und natürlich wollen die Einwohner unserer kleinen Stadt auch den König mit ihrem handwerklichen Sachverstand beeindrucken und ihm das vorbildliche Bild einer Stadt in Einheit, Fortschritt und Frieden präsentieren. Alle hoffen, dass der Herrscher sie und ihren Flecken Heimat im Königreich preist und darum die wichtige Handelsstraße durch ihren Ort genehmigt und auf Landeskosten bauen lässt.

Der amtsmüde Fürst Karl-Friedrich ist durch den baldigen Besuch seines Königs restlos überfordert. Er würde lieber heute als morgen seine Geschäfte an einen Nachfolger übergeben, um sich ganz den schönen Künsten zu widmen. Doch, vorbei ist es mit seiner fürstlichen Ruhe.Seine ehrgeizige Frau Henriette sieht durch die Visite des Regenten die Chance, trotz leerer Kassen, die altmodische Burg auf Vordermann bringen zu lassen. Sie will das triste Gemäuer in ein prunkvolles Schloss mit echtem Wasserklosett verwandeln. Geld spielt keine Rolle! Die Kosten explodieren, der Berg unbezahlter Rechnungen wächst und die Bauarbeiten geraten ins Stocken. Tochter Emilie, zwar mit fürstlicher Schönheit ausgestattet, aber ebenso blond wie dumm soll den jungen, wohlhabenden Grafen Ferdinand heiraten, um die marode Haushaltskasse zu sanieren. Man ist sich schon lange mit Ferdinands Mutter, einer stinkreichen Gräfin, einig. Sie ist mit der Verbindung einverstanden. Aber niemand weiß, dass sie ein Geheimnis hütet und mit der Verheiratung Ferdinands ihre dunkle Vergangenheit endgültig bereinigen will. Doch wo steckt ihr Sohn!? Er war bei vielen Adelshäusern in ganz Europa, um sich zu bilden und seine Heimkehr ist überfällig …

Die sowieso ins Hintertreffen geratenen Arbeiten an der Burg kommen endgültig zum Stillstand. Das Zerwürfnis zweier Familien wegen eines Grundstücksstreits droht den ganzen Ort zu spalten, und die Vorbereitungen des Königbesuchs zum Erliegen zu bringen. Der Fürst soll schlichten. Aber mit seinem Urteilsspruch bringt er das Städtchen in völligen Aufruhr und heimlich soll eine „Revolution“ gegen ihn angezettelt werden. Die Gräfin soll regieren …

Lenchen, die wunderschöne Tochter des Schreiners wird von den Männern, egal welchen Alters, egal welchen Standes, auf unsägliche Art und Weise bedrängt. Gegenseitig überbieten sie sich mit männlichem „Brunstverhalten“ und glauben, so die Gunst von Lenchen zu gewinnen. Zwei Jünglinge kommen des Weges. Sie sind gerade rechtzeitig gekommen, um Lenchen vor den dummdreisten Attacken Sebastian Jemands in Schutz zu nehmen. Lenchen erkennt ihren Retter sofort. Es ist Ferdinand. Und „Amor“ schießt einen Pfeil mitten ins Herz des jungen Adligen und auch Lenchen ist getroffen. Liebe auf den ersten Blick …

Ferdinands Begleiter, Tobias Niemand, Beruf Abenteurer und wortgewandter Hallodri, der nichts mehr liebt als seine Freiheit und die schönen Frauen, hält es lieber mit Schiller: „Der Ring macht Ehen, und Ringe sind`s, die eine Kette machen.“ Er ahnt, dass die Liebe zwischen Ferdinand und Lenchen für reichlich Zündstoff sorgen wird und das ist ganz nach seinem Geschmack. Jetzt geht`s rund!!! Und der König kommt, der König kommt!

„Die Liebe will ein freies Opfer sein.“ (Friedrich von Schiller)

Freuen Sie sich auf eine Komödie um menschliche Missgunst, Intrigen und Standesdünkel, um dunkle Geheimnisse und wahre Liebe.