Geschichte:

Mal amol a Male, Moler!

Schwäbisches Tagblatt 08.07.2008
Hayinger Naturtheater: Schwarzer Vere und weiße Weste in Martin Schlekers Volksstück

Hayingen. Im Angesicht des Galgens, gesteht der Schwarze Vere seiner Frau Sephe: Als Räuber hätte er es gerne im Leben zu etwas gebracht, zu einer weißen Weste, aber keine geklaute. Verdammt? Nein, gerettet! Sie fliehen donauabwärts Richtung Schwarzes Meer, „do bauet mir unser Häusle“. Martin Schleker jr. hat seinem wirklichkeitsgesättigten Stück ein Happy End verpasst. Dem historischen Schwarzen Vere Franz Xaver Hochleiter (1788-1819) hat ein Blitz nicht das Biberacher Gefängnis geöffnet, er hat ihn erschlagen. Schleker gelingt eine muntere Collage aus historischen Anspielungen, Brecht-Zitaten, Wortwitz, Slapstick. Regisseur Peter Höfermayer hat das Stück perfekt auf die Bedingungen des Hayinger Viel-Generationen-Theaters hin inszeniert, so dass alle aus der großen Laienspielerschar ihre Paraderollen bekommen – von den ganz Kleinen bis zu den Alten.Eigentlich ist das Räuberleben ja gar nicht lustig, Not und Hunger treiben dazu, nicht die kriminelle Energie. Dass sie ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen, sichert den Räubern die Feindschaft der Reichen und die Bewunderung der Armen. Das Hayinger Räuberstück macht daraus keinen sozialpädagogisch bemühten Schwarz-Weiß-Holzschnitt, sondern viele bunte lebendige Szenen.Als Bild im (Bühnen-)Bild wird das berühmte Räuberbandenbild des Biberacher Malers Johann Baptist Pflug nachgestellt. Bei der Suche nach kräftigen und farbigen Motiven aus dem Räubermilieu hat Hermann Herter als Maler Pflug wieder eine wunderbare Rolle. Er gibt einen etwas windig-ironischen, schnellsprechenden Intellektuellen (“A ehrliche Lug hat noch nie gschadet“), der aber im Schwarzen Vere seinen Meister findet: „Mal amol a Male, Moler!“, herrscht dieser ihn an.

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Action, Tempo, Gags und Dramatik

Albbote 08.07.2008Naturtheater Hayingen zeigt Räuberstück "Der Schwarze Vere" - Regie führt Peter Höfermayer.

Mit dem "Schwarzen Vere" von Martin Schleker steht nun die Uraufführung eines schwäbischen Räuberstücks auf dem Programm: eine charmant erzählte Legende mit viel Musik, Witz, Action und Sozialkritik.

KATHRIN KIPP

Räuberstück charmant erzählt: Das Naturtheater spielt bis 7. September Martin Schlekers "Der schwarze Vere". Foto: Kathrin Kipp
Hayingen  Sie steigen bei Nacht ins Haus, klettern über das Bett der sanft schnarchenden Biedermeiers und nehmen alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist. Wenig später inszenieren sie auf der Straße eine "Baustelle" und rauben die braven Bürger in ihrer schicken Pferdekutsche aus. Aber trotzdem verbreitet die Bande um den Schwarzen Vere, der um 1800 in Oberschwaben sein Unwesen getrieben hat, nicht überall nur Angst und Schrecken.
 
Die Vorstellung vom gesetzlosen, unabhängigen und rebellischen Abenteuerleben setzt natürlich auch (nicht nur literarische) Bewunderung und Romantisierung in Gang, und so will der (ebenfalls historische) Biberacher Maler Johann Baptist Pflug die Räuberbande unbedingt auf seine Leinwand bannen und damit unsterblich machen.

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Naturtheater Hayingen zeigt Räuberstück "Der Schwarze Vere" - Regie führt Peter Höfermayer

Albbote, Reutlinger Nachrichten, Metzinger-Uracher Volksblatt/Der Ermstalbote
08.07.2008

Mit dem "Schwarzen Vere" von Martin Schleker steht nun die Uraufführung eines schwäbischen Räuberstücks auf dem Programm: eine charmant erzählte Legende mit viel Musik, Witz, Action und Sozialkritik.

KATHRIN KIPP

Räuberstück charmant erzählt: Das Naturtheater spielt bis 7. September Martin Schlekers "Der schwarze Vere". Foto: Kathrin Kipp
Hayingen  Sie steigen bei Nacht ins Haus, klettern über das Bett der sanft schnarchenden Biedermeiers und nehmen alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist. Wenig später inszenieren sie auf der Straße eine "Baustelle" und rauben die braven Bürger in ihrer schicken Pferdekutsche aus. Aber trotzdem verbreitet die Bande um den Schwarzen Vere, der um 1800 in Oberschwaben sein Unwesen getrieben hat, nicht überall nur Angst und Schrecken.

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Wildes, herrliches Räuberleben

Generalanzeiger Reutlingen 08.07.2008

Naturtheater - »Der schwarze Vere« von Martin Schleker feiert in Hayingen Premiere. 20 Aufführungen bis September

VON CHRISTOPH B. STRÖHLE

HAYINGEN.Der Volksmund nannte die Räuberbande um Franz Xaver Hohenleiter »ein liederliches und arbeitsscheues Volk«. In Martin Schlekers schwäbischem Mundartstück »Der schwarze Vere« fliegen den Gesetzlosen dennoch Sympathien zu. Und damit sind nicht nur die kreischenden Groupies gemeint, die immer wieder die wildromantische Freilichtbühne des Naturtheaters Hayingen erobern und die Räuber mit Pompons, kurzen Röcken und Cheerleader-Einlagen wie Stars feiern. »So a Räubersleba ischt a herrlichs Leba«, äußert auch ein ganz normaler Bürger bewundernd, solange er die Spitzbuben hinter Schloss und Riegel weiß. Fasziniert lässt er sich dieses Leben von den Inhaftierten in all seinen Einzelheiten vorspielen.

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