Geschichte:

Alb Bote 11.7.2005

Farbenfroh und rebellisch zeigt sich auch dieses Jahr wieder das Naturtheater Hayingen. Martin Schleker hat aus Schillers Lehrjahren ein intelligent lustiges Volksstück fabriziert. Isolde Alber hat das Stück traditionell hayingerisch mit viel Action, Ironie und Obrigkeitsschelte inszeniert. Zwischen Schloss, Lustgarten und Karlsschul-Schlafsaal, der in einem Riesenkäfig steckt, spielen und singen wieder Massen von Schauspielern aller Generationen, zitieren Schillers Glocke und verkaufen Schillers Locken. Einfach lecker.

Tübinger Tagblatt Anzeiger

Die Tübinger Theaterfreunde sollten den Weg auf die Alb nicht scheuen, denn die Sterne versprechen ihnen vom 10. Juli bis zum 4. September einen Hochgenuss

Alb Bote 12.7.2005

Martin Schleker hat einmal mehr ein urschwäbisches Histörchen in ein lustig rebellisches Volksstück gepackt. Und so gibt's in Hayingen mal wieder nicht nur Unterhaltung, sondern sogar noch einen ganzen Packen Bildung.

Schwäbisches Tagblatt Tübingen 12.7.2005

Unter der Regie von Isolde Alber entwickelt sich auf der Frei- luftbühne ein quirliges Sittengemälde der württembergischen Standesgesellschaft im 18. Jahrhundert. Baste, der Holz hacken will, mimt so typisch und schrullig sympathisch das schwäbische Schlitzohr, dass es für das Premierenpublikum eine Freude war. Mit Beethoven und tosendem Applaus ging die Premiere zu Ende.

Reutlinger Generalanzeiger 12.7.2005

Die besondere Art ein Dichterjubiläum zu feiern. Eine Dichter- ehrung der komödiantischen Art, ohne dabei den Dichter zum Kasper zu machen das beschert das Naturtheater Hayingen in diesem Jahr seinem Publikum. Martin Schlekers neues Stück „Jaaa, onser Schiller!“ in kernigem Älbler Schwäbisch mit witzigen Sprüchen. Vor allem die Historie wurde vergnüglich vorgeführt: Der Graf von Wimpfen mit einer Kutsche voll williger Hofdämchen samt dem Oberverführer Casanova. Zwei urkomische Typen haben die Lacher auf ihrer Seite, einmal der affige Schulaufseher Colombatzo (Stefan Schmid), der mit gezierten Sprüngen poussieren geht und noch mehr der Baste (Heinz Schleker), der über die staatlichen Ober-faulenzer herzieht, sich selbst aber virtuos ums Schaffen drückt und dabei noch herrlich ausrasten kann. Erstmals führte Isolde Alber Regie und nutzte die große Freilichtbühne und die Fahrstraße davor für imposante Theaterbilder. Bühnenbildnerin Martina Ebel entwarf Kostüme, von denen die Attraktivität der Aufführung ganz außerordentlich profitierte. Schauspielerisch verdient das über 60-köpfige Ensemble in dem sehr viele Jugendliche sind, höchste Anerkennung.

Stuttgarter Zeitung 14.7.2005

Der Hausautor Martin Schleker mit seiner Liebe zu historischen Stoffen und regionalen Bezügen hat in diesem Jahr der Versuchung nicht widerstehen können, die öffentlichen Wasser des Schillerjahres auf die Mühlen des Naturtheaters im Lautertal zu lenken. Wir erfahren endlich, warum sich unser Klassiker so schwer tat mit dem Humor: Sein Herzog Karl Eugen hatte ihm in seiner Jugend verboten Komödien zu schreiben! Schleker löst das Problem, die bedeutungsschwangeren, gleichwohl sprichwörtlich gewordenen Dichterzitate mit jener im Volkstheater erwarteten Heiterkeit zu unterlegen, durch einen bewährten Kniff: Er führt den Bauern Baste ein, der die schillersche Jugend bis zur Flucht nach Mannheim von seinem Hackklotz aus beobachtend kommentiert.


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